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Anatol Vieru (1926-1998)

Werke vol. 3 und 4:
Sinfonien Nrn. 2 und 7
Simfonia concertanta für Cello und Orch.
Clepsidra II
Sinfonietta
Psalm

Verschiedene Interpreten

Troubadisc TRO-CD-1451, Preiscode: EB (2 CD), VÖ: 6.12.2017, 4014432014517

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Vieru zunächst an der Bukarester Hochschule für Musik. Parallel dazu übte er aber auch schon wichtige Funktionen wie die Leitung des Bukarester Nationaltheaters und die redaktionelle Betreuung der Zeitschrift des rumänischen Komponistenverbandes aus. Erste Aufmerksamkeit im Westen erlangte er 1962 mit dem Gewinn des „Prix International Reine Marie-José“ in Genf für sein Cellokonzert Nr. 1. 1973 erhielt Vieru dann ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für einen einjährigen Aufenthalt in West-Berlin. Im gleichen Jahr entstand seine Simfonia II (Sinfonie Nr. 2), in deren Kopfsatz – „Tachycardie“ („Herzrasen“) – herbe rhythmische Strukturen und leuchtende Klangflächen aufeinanderprallen. Das Konstruktionsprinzip von Vierus Musik basiert auf kleinen Modi, mit denen er im Sinne der Mengenlehre die gesellschaftlichen Prozesse von Inklusion und Ausgrenzung allegorisch darstellt: gehört dazu – gehört nicht dazu – besitzt Gemeinsamkeiten.“ Diese Allegorie korrespondiert mit Vierus eigener bedrohter Existenz: mit seiner „Jüdischen Identität“, aber später in Rumänien auch mit seiner Identität als Künstler, der unter scharfer Beobachtung und Kontrolle des Regimes stand. Kompositions technisch gelangte er von den Modi zu einem Modell musikalischen Intervalldenkens, das auch in seiner fünfsätzigen „Simfonia concertanta“ für Violoncello und Orchester von 1987 eine wichtige Rolle spielt – unterschwellige volksmusikalische Assoziationen eingeschlossen. Ob es Vieru wie ein Traum vorkam oder ob er das (blutige) Ende der menschenverachtenden Ceausçescu-Herrschaft erwartet hatte, sei dahingestellt. Jedenfalls hat er der Diktatur in Rumänien mit künstlerischen Mitteln widerstanden, indem er sich nicht vom System instrumentalisieren ließ. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens genoss er die neu gewonnenen Freiheiten und erfreute sich eines größer gewordenen internationalen Zuspruchs.

 

 

 

Klingendes Schloss

Liedkunst der Goethezeit im Stadtschloss Weimar
Schubert: Gesänge des Harfners; Schwanengesang
Zelter: St. Nepomuks Vorabend
Eberwein: 6 Lieder

Caterina Maier, Sopran
Thomas Stimmel, Bass
Liese Klahn, Hammerflügel

Querstand VKJK1709, Preiscode: CL (CD + DVD), VÖ: 6.12.2017, 4025796017090

Über Jahrhunderte war das Stadtschloss zu Weimar nicht nur die Residenz, also der Wohn- und Regierungssitz, der Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach, sondern auch ein Ort der Musen. Allen Ausdrucksformen der Künste wurde hier von kunstsinnigen Herrschern, ihren Gemahlinnen und der Hofgesellschaft von der Mitte des 16. Jahrhunderts an gehuldigt. Die Musik spielte indes eine Schlüsselrolle.

Diese Tradition, die sich mit Namen wie Johann Sebastian Bach, Carl Friedrich Zelter, Franz Liszt oder Richard Strauss verbindet, lebt weiter: Das Stadtschloss zu Weimar ist nach wie vor ein Ort herausragender musikalischer Ereignisse. Seit mehreren Jahren gelingt es mit der Konzertreihe „Klingendes Schloss“, historische Räume – von denen einige zu den schönsten Raumschöpfungen des Klassizismus in Deutschland zählen – musikalisch zu neuem Leben zu erwecken. Ein sorgfältig und kenntnisreich ausgewähltes Programm bietet die reizvolle Möglichkeit, kostbare Tasteninstrumente des 18.und 19. Jahrhunderts in den Sälen, Salons und Galerien des Weimarer Stadtschlosses zu hören. Die Klassik Stiftung Weimar verfügt über einen herausragenden Bestand an Hammerflügeln von so bedeutenden Herstellern wie Sébastien Érard (Paris 1811) oder Nannette Streicher & Sohn (Wien 1825), die im Rahmen der Konzertreihe gespielt werden und dem Musikfreund von heute zum Teil ganz ungewohnte Musikerlebnisse und Hörerfahrungen eröffnen. Mit Weimar in Verbindung stehende Lieder aus der Goethezeit sind auf der vorliegenden CD mit Caterina Maier (Sopran), Thomas Stimmel (Bass) und Liese Klahn (Hammerflügel von Hippe, Érard und Streicher) zu hören; eine zusätzliche DVD ermöglicht Einblicke ins Schloss.

 

 

Credo. Tzvi Avni 90

Klarinettenquintett
Kol für Violine solo
Credo für Streichtrio
Es wird etwas sein, später. Gesangszyklus

Verschiedene Interpreten

perc.pro PP10292017, Preiscode: CE, VÖ: 6.12.2017, 4260029190731

Avni (*1927) wuchs in der Saarbrücker Sophienstraße 3 unter seinem Familiennamen Hermann Jakob Steinke auf, seine Eltern waren polnische Juden. 1935 emigrierten seine Eltern mit ihm nach Haifa in Palästina. Erst im Alter von 16 Jahren lernte er Noten lesen und Instrumente spielen. Seine musikalische Grundausbildung erhielt er bei Paul Ben-Haim und Abel Ehrlich. Nach dem Studium an der Israel Academy of Music der Universität Tel Aviv setzte er seine Ausbildung in den USA am Columbia-Princeton Electronic Music Center bei Vladimir Ussachevski und in Tanglewood bei Aaron Copland und Lukas Foss fort. Seit 1971 lehrte er als Professor an der Rubin Academy of Music and Dance in Jerusalem. In seinem Frühwerk, das von Béla Bartók, Maurice Ravel, Claude Debussy und später von dem Hauptvertreter der Zweiten Wiener Schule Arnold Schönberg beeinflusst wurde, orientierte sich Avni eher am sogenannten „mediterranen Stil“, der im Israel der 1950er Jahre vorherrschte. Im darauf folgenden Jahrzehnt kam er in Kontakt mit neuen Trends der seinerzeitigen musikalischen Avantgarde, insbesondere mit der elektronischen Klangerzeugung. Letztere war ihm Medium zu einem neuen, eigenen Stil, der abstrakter wurde. Dennoch war ihm in seinem musikalischen Schaffen immer der Bezug zur Tradition der jüdischen Musik wichtig, deren Wurzeln er während seiner Beschäftigung mit der jüdischen Mystik, der Kabbala, in den siebziger Jahren erforschte. Avni komponierte neben Balletten und Schauspielmusiken Orchesterstücke, kammermusikalische Werke, Chorwerke, Lieder, Werke für elektronische Instrumente und Musik für Filme und Hörspiele. Er publiziert häufig zu musikalischen Themen und hält weltweit Vorlesungen an Universitäten und anderen Hochschulen. Tzvi Avni gilt als einer der wichtigsten israelischen Komponisten. Seine kompositorische Arbeit sieht er eingebunden in sein gesellschaftliches und politisches Umfeld, mit dem seine musikalischen Schöpfungen im Dialog stehen. Er lebt und arbeitet in Tel Aviv.

 

 

 

Lotos

Lemonade; Angels and Friends; Lotos; Déja-vu; Night Train; Snow Dance, First Love u.a.

Dimitri Lavrentiev, Gitarre

raccanto RC026, Preiscode: CE, VÖ: 6.12.2017, 4260157070264

Dimitri Lavrentiev wurde 1976 in Snezhinsk/ Russland geboren. Bereits mit siebzehn Jahren wurde er als Mitglied einer Rockband zu ausgedehnten Konzertreisen und Festivals in ganz Russland, von Moskau über den Ural bis nach Sibirien eingeladen. Er studierte klassische Gitarre am Tschaikowsky-Musikkollege und an der Uraler Musorgski-Musikhochschule in Ekaterinburg bei Prof. Vitali Derun - einer der herausragenden Figuren der russischen Gitarrenszene. Anschließend folgten das Studium in Deutschland bei Prof. Werner Kämmerling an der Musikhochschule Dortmund und die Meisterklasse in Augsburg bei Prof. Franz Halász. Seine Studiengänge schloss Dimitri Lavrentiev allesamt mit Auszeichnung ab. 2005 wurde er in die Förderung der renommierten Europäischen Organisation „Yehudi Menuhin Live Music Now“ aufgenommen, für die er zahlreiche Konzerte spielte. Neben seinen Soloauftritten arbeitete er mit bekannten Orchestern, wie den „Münchner Symphonikern“ und der „Neuen Philharmonie Westfalen“, mit herausragenden Künstlern, wie den Sängerinnen Carolina Ullrich (Semperoper Dresden) und Roxana Constantinescu (Wiener Staatsoper), den Dirigenten Kevin John Edusei (Deutschland) und Grammy Preisträger Arny Roth (USA). Dimitri Lavrentiev war zu Gast in Funk und Fernsehen und wirkte in Produktionen des BR und RTL mit. Er wurde von dem renommierten deutschen Komponisten Ralf Wengenmayr bereits für drei Filmsoundtracks verpflichtet: „Buddy“ (2013) und „Love, Rosie“ (2014), „Bully Parade-der Film“ (2017). Zusammen mit Takeo Sato und Klaus Wladar ist er Mitglied des Alegrías Guitar Trio. Dimitri Lavrentiev unterrichtet am Leopold-Mozart-Zentrum für Musik der Universität Augsburg und organisiert das Internationale Gitarrenfestival Augsburg.

 

 

 

Ottorino Respighi

Orchesterwerke:
Trittico Botticelliano
Il Tramonto
Vetrate di Chiesa

Orchestre Philharmonique Royal de Liège, John Neschling
Anna Caterina Antonacci, Sopran

BIS BIS-SACD-2250, Preiscode: CD, VÖ: 6.12.2017, 7318599922508

In der Reihe ihrer Aufnahmen der Orchesterwerke Respighis präsentieren das Lütticher Orchester und John Neschling diesmal einige der populärsten Stücke (neben der Römischen Trilogie). Das Botticelli-Tryptichon, für kleines Orchester konzipiert, atmet die Frische der berühmten Bilder der Renaissancemaler. „Il Tramonto“ war ursprünglich für Gesang und Streichquartett gedacht, wird aber oft mit einem größeren Streicherapparat aufgeführt, so wie hier. Den Beschluss machen die vier Kirchenfenster, 1925 als Orchestersuite von Respighi fertiggestellt. Erst zu diesem Zeitpunkt gab er den Sätzen ihre Titel, und deshalb ist klar, dass es sich hier nicht um musikalische Beschreibungen konkreter Vorlagen handelt.

 

 

 

Johannes Brahms

Orchesterwerke:
Symphonie Nr. 2 D-dur op. 73
Haydn-Variationen op. 56a
Ungarische Tänze Nrn. 5-7
Akademische Festouvertüre op. 80

Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard

BIS BIS-SACD-2253, Preiscode: CD, VÖ: 6.12.2017, 7318599922539

Im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit dem großen Repertoire der Romantik wenden sich die Schweden nun wieder Johannes Brahms zu. 2012 hatten sie bereits die 1. Symphonie eingespielt; Kritiker hofften damals schon auf eine Gesamteinspielung. Nun also die Fortsetzung mit der 2. Symphonie, die Brahms im Sommer 1877 am idyllischen Wörthersee komponierte; es ist eines seiner heitersten Werke. In den Haydn-Variationen konnte Brahms seine große Verehrung von Haydn in einer seiner Lieblingsformen ausdrücken: Thema mit Variationen. Dass das zugrunde liegende Thema, der St. Antoni Choral, gar nicht von Haydn ist, stellte sich erst Jahre nach Brahms‘ Tod heraus.

 

 

 

Streichquartette

Dvorák: Quartett F-dur op. 96 “Amerikani­sches”
Tschaikowsky: Quartett Nr. 1 D-dur op. 11
Borodin: Quartett Nr. 2 D-dur

Escher String Quartet

BIS BIS-SACD-2280, Preiscode: CD, VÖ: 6.12.2017, 7318599922805

Blutvolles Quartettspiel in großer, klassischer Manier – so wurden Einspielungen des Escher String Quartet im BBC Music Magazine schon kommentiert. Nach Abschluss der Aufnahme der Quartette Mendelssohns stellt das Quartett nun ein Programm vor, das für ihren interpretatorischen Ansatz wie geschaffen ist. Denn diese zwischen 1873 und 1893 entstandenen Streichquartette slawischer Komponisten bieten eine unglaublich breite Skala von Emotionen, melodischen Erfindungsreichtum, rhythmische Vitalität und lyrischen Fluss.

 

 

 

Geistliche Chormusik

Alfred Schnittke: Bußpsalmen (1988)
Arvo Pärt: Magnificat; Nunc dimittis

Estnischer Philharmonischer Kammerchor, Kaspars Putnins

BIS BIS-SACD-2292, Preiscode: CD, VÖ: 6.12.2017, 7318599922928

Beide Komponisten erlebten Zeiten großer Umbrüche in den letzten Jahrzehnten der Sowjetunion. Seit den 1970er Jahren wurden die staatlichen Restriktionen bezüglich der Religionsausübung sukzessive und in kleinen Schritten gelockert, was seinen Widerhall in den Künsten, insbesondere in der Musik fand. Sowohl Pärt wie Schnittke begannen, religiöse Themen in ihre Werke zu integrieren und entfernten sich mehr und mehr von der modernistischen Abstraktion, die ihre früheren Kompositionen kennzeichnete.

 

 

 

Johann Sebastian Bach

Weltliche Kantaten, vol. 9:
Geschwinde, ihr wirbelnden Winde, BWV 201
Auf, schmetternde Töne der muntern Trompeten, BWV 207a

Lunn, Blaze, Phan, Nakashima, Immler, Wörner
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki

BIS BIS-SACD-2311, Preiscode: CD, VÖ: 6.12.2017, 7318599923116

Die meisten der weltlichen Kantaten schrieb Bach zu politischen, akademischen oder auch privaten Feiern. Im Fall der „wirbelnden Winde“ könnte es allerdings sein, dass er diese Kantate für den eigenen Gebrauch schrieb. Die Botschaft des Textes kann man als Verteidigung der Künstlerschaft und des Stils des Komponisten gegen die Trends der Zeit zu mehr Leichtigkeit (und Oberflächlichkeit) verstehen, als Verteidigung der „Hochkultur“ überhaupt. Die zweite Kantate ist wieder mal ein schönes Beispiel für Bachs ökonomischen Umgang mit musikalischem Material. Denn fast die gesamte Musik der „schmetternden Töne“, geschrieben zum Namenstag des sächsischen Kurfürsten August III. am 3. August 1735, war zehn Jahre zuvor schon einmal erklungen, um einem Leipziger Gelehrten zur Promotion zu gratulieren. Damals unter dem Titel „Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten“. Und schon diese Kantate war streckenweise ein Recycling-Produkt, denn sie enthielt Musik aus dem 1. Brandenburgischen Konzert mit einem hinzugefügten Chor und einem Ersatz der Hörner durch Trompeten und Pauken.

 

 

 

Karajan spektakulär

Vol. 4: Werke von Brahms
Symphonie Nr. 1 c-moll op. 68
Tragische Ouvertüre op. 81
Haydn-Variationen op. 56a

Wiener Philharmoniker
Philharmonia Orchestra (Haydn-Var.)

IDIS IDIS6704, Preiscode: BC, VÖ: 6.12.2017, 8021945003125

Studioaufnahmen von 1955 (Haydn-Variationen) bzw. 1960 (1. Symphonie) und 1964 (Ouvertüre).

 

 

 

Belle Époque: Reynaldo Hahn

Sämtliche Werke für zwei Klaviere und Klavier vierhändig

Leslie Howard, Mattia Ometto, Klavier

Melba MR301148, Preiscode: EB (2 CD), VÖ: 6.12.2017, 9314574114829

Erste Gesamtaufnahme

Zwar gehören Hahns Lieder zum festen Repertoire, aber seine Klaviermusik, voller Witz und Charme, ist immer noch weitgehend unbekannt. Für die Einspielung dieser Schätze haben sich zwei ideale Interpreten zusammengefunden. Leslie Howard ist getrieben von dem Wunsch, neues Repertoire zu erschließen, verfügt dabei über eine überragende Technik. Er hat mehr Ersteinspielungen vorgenommen als jeder andere lebende Pianist, was ihm einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde bescherte. Und Mattia Ometto pflegt ohnehin seine Vorliebe zum „Golden Age“ des klassischen Klavierspiels.

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