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Die schönste Kunst: ein Mensch zu seyn

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Lieder aus der Zeit der Deutschen Aufklärung
Beschreibung

Die schönste Kunst: ein Mensch zu seyn
Lieder aus der Zeit der Deutschen Aufklärung

1: Johann Sigismund Scholtze - Kirre mich nur immer, schmeichelndes Glücke (1:41)
2: August Bernhard Valentin Herbing - Der Geizhals (1:35)
3: Adolph Carl Kunzen - Der Verstand (3:16)
4: Jehan Desfontaines - Komm, süßer Schlaf (3:11)
5: Johann Valentin Görner - Der erste Mai (0:51)
6: Johann Sigismund Scholtze - Ihr Schönen, höret an (2:49)
7: Georg Philipp Telemann - An Doris (3:28)
8: K. Lambo - Der Proselyt (3:07)
9: Anonym - Der traurige Lukas (1:32)
10: Georg Philipp Telemann - Pber das niedersächsische "versapen" (0:41)
11: Johann Friedrich Gräfe - Die Eigelkeit menschlicher Wünsche (3:38)
12: Georg Philipp Telemann - Fabel aus der Oper "Aesopus" (1:35)
13: Johann Valentin Görner - Die verliebte Verzweiflung (2:51)
14: Georg Philipp Telemann - Die Einsamkeit (3:26)
15: Johann Christoph Schmügel - Belindes Geschmack (2:05)
16: Johann Friedrich Gräfe - Die Vergnüglichkeit (3:51)
17: Johann Valentin Görner - Das Unfehlbare (2:33)
18: August Bernhard Valentin Herbing - Die Antwort des trunkenen Dichters (1:19)
19: Johann Ernst Bach - Die Unzufriedenheit (4:20)
20: August Bernhard Valentin Herbing - Der blinde Amor (1:08)
21: Johann Christoph Friedrich Bach - Die Zeit (2:14)
22: Johann Christoph Schmügel - An den Schlaf (2:45)
23: Adolph Carl Kunzen - Das schlechte Jahr (2:13)

Gesamtspielzeit 56:09

Martin Hummel - Bariton
Glen Wilson - Cembalo

„Mit vorliegender CD habe ich habe versucht, die Befindlichkeit des Menschen zur Zeit der deutschen Aufklärung (1720-1780) anhand der mir einsehbaren Liedersammlungen aufzuspüren.

In dieser Zeit des erwachenden Bürgertums, in der  viele Menschen noch nicht lesen und schreiben konnten, versuchten Dichter und Musiker in der kleinen Form des Liedes, den Geist der Zeit einzufangen und auf dessen Ideale hinzuweisen. Freiheit statt Absolutismus, Gleichheit statt Ständeordnung, wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglaube, Toleranz statt Dogmatismus – so lauteten die Ideen dieser neuen Zeit, die mit Optimismus vom gebildeten Bürgertum und dessen Studenten eingefordert wurden. Johann Christoph Gottsched verlangte von den zeitgenössischen Dichtern, Erzieher der Leserschaft im Sinne der Aufklärung zu sein. So verwundert es nicht, dass in diesen Liedern die Belehrung der Zeitgenossen im Vordergrund steht.

Geschieht das in der Mehrzahl der Gedichte im moralisierenden Tonfall, habe ich bei meiner Auswahl oft Stücke berücksichtigt, die mit Ironie und  Augenzwinkern menschliche Unzulänglichkeiten aufdecken. Verschiedene Typen der Gesellschaft werden karikiert  oder humorvoll an den Pranger gestellt. Das neu erwachende Selbstbewusstsein der Frauen, die an den deutschen Universitäten Einzug hielten, regt zum Spottlied an.  Die eingerissene Sprachschludrigkeit im Niederdeutschen, die nicht zwischen er-soffen und ver-soffen unterscheiden will, wird ebenso aufs Korn genommen, wie die Missstände im Literaturbetrieb, wo geistiges Eigentum zum eigenen Vorteil geraubt wird und der Kampf zwischen den Alten (Hagedorn) und Neuen (Klopstock) ausgetragen wird . Wer den Unfehlbarkeitsanspruch des Meisters – der ja gelegentlich noch heute an diversen Hochschulen anzutreffen ist – hinterfragt wissen will, wird genauso bedient, wie derjenige, der sich nach dem  schnellsten Weg zur großen Karriere in der Gesellschaft erkundigt; die immer wieder gültige Antwort: Seyd dumm und reich!“ (Martin Hummel)

M56897
EAN 4012476568973
Erschienen 2009

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