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Neuheiten vom 1.11.2017

 

Georg Friedrich Händel

Arien

Sutherland, Greevy, Robinson, Alan, Herbert

Eloquence ELQ4824759, Preiscode: BG (2 CD), VÖ: 1.11.2017, 0028948247592

Diese Zusammenstellung ist ein schöner Beleg für die Händel-Rezeption im England der 1960er Jahre, bevor die Alte Musik-Bewegung mit historischer Aufführungspraxis sich der Barockmusik bemächtigte. Obwohl gerade Decca mit ihrem Alte-Musik-Label „L‘Oiseau-Lyre“ sich auch auf diesem Gebiet durchaus parallel als Pionier betätigte. Und so lebt diese Kompilation denn auch von der Spannung, dem Hin- und Herschwanken zwischen romantischer Konzertauffassung und der Suche nach historischer Annäherung.

 

 

 

Concertgebouw Lollipops

Musik von Schubert, Strauss, Clarke, Nicolai, Thomas, Grieg, Berlioz, Sibelius, Glinka, Verdi, Franck, Elgar u.a.

dirigiert von van Kempen, van Beinum, Haitink, Markevitch, van Otterloo, Jochum und Doráti

Eloquence ELQ4825650, Preiscode: BG (2 CD), VÖ: 1.11.2017, 0028948256501

Diese Zusammenstellung „leichter Klassik“ illustriert 18 Jahre in der Geschichte eines der meistgefeierten Orchester im goldenen LP-Zeitalter. Seit seiner Gründung 1883 war das Concertgebouw Orkest mit einer eigenen Konzerthalle gesegnet. Und das Orchester spielte dort nicht nur Konzerte, sondern nahm auch seine Einspielungen dort vor – anders als viele andere Orchester, die dazu in Studios oder Kirchen gingen. Die hervorragende Akustik des Saales lockte immer wieder zu Aufnahmen; insbesondere Decca und Philips machten hier gern die Mikrophone auf. Oft wurden dabei „große“ Werke um „kleine“ ergänzt, um die Aufnahmezeit optimal zu nutzen. Und diese „kleinen“ sind hier in einer äußerst unterhaltsamen Zusammenstellung zu hören.

 

 

 

Sergej Rachmaninow

Preludes op. 3,2 / op. 23 / op. 32

Dame Moura Lympany, Klavier

Eloquence ELQ4826266, Preiscode: BL, VÖ: 1.11.2017, 0028948262663

Über 60 Jahre umfasste die Karriere von Dame Moura Lympany, und stets war Rachmaninow ein Fixpunkt in ihrem Repertoire. Noch zu Kriegszeiten, zwischen 1941 und 1943, nahm sie für Decca sämtliche Preludes auf, die dann sukzessive, Monat für Monat, auf 78 rpm-Schallplatten erschienen. Es war die erste Gesamteinspielung der Preludes; Rachmaninow selbst hatte nur sieben eingespielt. Lympany nahm später zwei weitere höher bewertete Zyklen der Preludes auf: 1951 (von Decca 2004 wieder veröffentlicht) und dann 1993 für Erato. Aber all die Eigenschaften, für die ihre Aufnahmen immer wieder gerühmt wurden, finden sich auch schon in dieser ersten Einspielung: große Formate, lebendige Farben und kraftvolles Spiel. Hier nun erstmals auf CD zu hören.

 

 

 

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 9 D-dur

London Symphony Orchestra, Sir Georg Solti

Eloquence ELQ4827163, Preiscode: BL, VÖ: 1.11.2017, 0028948271634

Die Aufnahme entstand 1967, zu einer Zeit, als Solti gleichzeitig Musikdirektor des Royal Opera House, Covent Garden war. Hier erarbeitete er sich einen Ruf als schneller Arbeiter, der von seinen Musikern erwartete, ihm zu folgen - aber aus eigenem Willen. Besonders hoch waren seine Anforderungen, wenn es ins Studio ging. Denn „eine Aufnahme erfordert mehr von allem, was fürs Musikmachen nötig ist“, sagte er 1968, „weil die Interaktion zwischen Musikern und Hörern wegfällt“. Und so gelang es ihm immer wieder, seine Aufnahmen vor jeglicher Sterilität zu bewahren und eine Spannung spürbar werden zu lassen, wie man sie eigentlich nur vom Livekonzert kennt.

 

 

 

Gustav Mahler

Symphonien Nrn. 1 und 3

Helen Watts, Mezzosopran
Wandsworth School Boys Choir
Ambrosian Opera Chorus
London Symphony Orchestra, Sir Georg Solti

Eloquence ELQ4827177, Preiscode: BG (2 CD), VÖ: 1.11.2017, 0028948271771

Dem High Fidelity Magazine sagte Solti für die Januar-Ausgabe 1967: „Mahler hat mich jahrelang genervt. Er kam zu mir, oder ich kam zu ihm vor acht oder neun Jahren. Bis dahin hielt ich alle seine Symphonien für „Stücke in Einzelteilen“. Jetzt sehe ich ihre Form. Ich liebe sie. Es reicht nicht, Musik zu mögen. Man muss sie lieben. Und Liebe bedeutet Veränderung.“ Zu diesem Zeitpunkt nahm er gerade die 1. Symphonie auf, im Alter von 52 Jahren. Und die Kritik war begeistert von der jugendlichen Konzeption von Soltis Interpretation – beim Werk eines Komponisten in seinen frühen Zwanzigern. Diese Version der 1. Symphonie erklärte das Magazin denn auch zur „vielleicht besten in Interpretation und Aufnahme“. Und das bei Vergleichseinspielungen der viel erfahreneren Mahlerianer Horenstein und Kubelik.

 

 

 

Ein Abend an der lyrischen Oper von Chicago

Arien aus Opern von Verdi, Saint-Saëns, Tschaikowski, Mascagni, Mozart, Giordano, Boito, Ponchielli

Simionato, Tebaldi, Bastianini, Tucker
Orchestra of the Lyric Opera of Chicago, Sir Georg Solti

Eloquence ELQ4827518, Preiscode: BL, VÖ: 1.11.2017, 0028948275182

1954 wurde die Lyric Opera of Chicago gegründet, und schon zwei Jahre später hatte man viele Stars der damaligen Zeit an das Haus gebunden. Auch Sir Georg Solti hatte sein Amerika-Debüt nicht etwa an der renommierteren Metropolitan in New York, sondern in Chicago, wo er „Salome“, „Die Walküre“ und „Don Giovanni“ im Oktober 1956 dirigierte. Im November stand er schon wieder in Chicago am Pult für zwei Aufführungen von „La forza del destino“ gefolgt von einem Gala-Konzert am 10.11.56, das von Decca aufgezeichnet wurde und hier zu hören ist. Absoluter Star des Abends unter einigen der größten Sängerinnen und Sängern ihrer Zeit war natürlich Renata Tebaldi.

 

 

 

Thomas Adès (*1971)

Streichquartette, Klavierquintett:
Arcadiana op. 12 for string quartet
Piano Quintet (2000)
The Four Quarters op. 28 for string quartet

DoelenKwartet Rotterdam
Dimitri Vassilakis, Klavier

Cybele CYB261603, Preiscode: CK, VÖ: 1.11.2017, 809548017941

SACD hybrid + 3D binaural

Thomas Adès, der 1971 in London geboren wurde, studierte Klavier an der Guildhall School of Music and Drama sowie Komposition und Musikwissenschaften am King’s College in Cambridge. Adès hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Musikpreis von Léonie Sonning und den Grawemeyer Award (2000), dessen jüngster Preisträger er ist. Seine Werke sind fester Bestandteil des Repertoires vieler Ensembles, teilweise mehrfach auf CD erschienen und etabliert als eine Art „Moderne Klassik“.

Das Ausmaß der Anspielungen und Verweise in vielen seiner bekanntesten Werke hat Adès den Ruf eines „postmodernen Ironikers“ eingebracht, dessen enorme technische Gaben, wie manche behaupten, einen Mangel an echter Fantasie und ein übermäßiges Vertrauen in die Musik von anderen verdecken. Aber seine musikalische Sprache ist immer unverkennbar seine eigene! So wie das musikalische Material jedes Komponisten durchzogen ist mit Konventionen, Gewohnheiten und Hilfsmitteln, ererbt aus einem umfangreichen Sortiment an Traditionen und Praktiken, so sind es auch Adès musikalische Idiome. Es ist nur so, dass Adès sein Herz in mancher Hinsicht mehr auf der Zunge trägt als andere, was seine Neigungen betrifft.

Das DoelenKwartet, eines der tonangebendsten Quartette auf dem Gebiet der zeitge nössischen klassischen Musik – mit einem Repertoire von ca. 250 hauptsächlich zeitgenössi schen Werken und Kompositionen aus dem frühen 20. Jahrhundert –, verstärkt durch den Ausnahme-Pianisten Dimitri Vassilakis vom Ensemble Intercontemporain, interpretiert Adès Werke mit Leidenschaft, Geschichte und Intensität – Attribute, die Adès’ einzigartige kompositorische Handschrift auszeichnen.

 

 

 

Michael Denhoff (*1955)

Bach-Variationen op. 114

Birgitta Wollenweber, Klavier

Cybele CYB161702, Preiscode: CK, VÖ: 1.11.2017, 809548018221

SACD hybrid Multichannel + 3D binaural

Ich glaube, große Musik hat immer einen spirituellen Kontext, bemerkt Michael Denhoff. „Groß“ ist Bachs Musik unbestritten, und er komponierte nach eigenem Bekunden stets zum Lobe Gottes. Dabei entstanden etliche Werke, die sich so weit über das Repertoire und den Formen kanon ihrer Zeit erheben, dass sie als „zeitlos“ gelten dürfen. Beispiele dafür sind etwa die Goldberg-Variationen (BWV 988), die Kunst der Fuge (BWV 1080) sowie die Sechs Suiten für Violoncello solo (BWV 1007–1012). Michael Denhoff: Als ich die letzte Aufnahme der Goldberg-Variationen von Glenn Gould hörte, wuchs in mir der Wunsch, etwas vergleichbar Großartiges und Umfassendes zu schaffen ... irgendwann einmal ... aber mit 26 Jahren war ich damals (1981) noch nicht reif genug für solch ein ambitioniertes Unterfangen. Erst jetzt und ganz zögerlich – und durchaus auch geplagt von Selbstzweifeln – fühlte ich mich dazu befähigt, wollte aber mit 28 Varia tionen „bescheiden“ hinter Bach bleiben. Dennoch sind es doch 30 Veränderungen geworden, denn das Thema ist durch die hinzugefügte Basslinie auch schon eine Veränderung, wie auch die abschließende Wiederholung der Sarabande eine weitere Veränderung ist.

Die Pianistin Birgitta Wollenweber, die seit 1996 intensiv mit Michael Denhoff – auch als Duo-Partnerin – zusammen arbeitet, gastierte international mit Klavierabenden, als Kammermusikpartnerin und Solistin mit Orchestern. Sie folgte Einladungen verschiedener internationaler Festivals und produzierte für Funk und Fernsehen. Ihr Repertoire umfasst Werke sämtlicher Epochen, ihre Diskografie von 16 CDs beinhaltet u.a. wiederentdeckte Komponisten mit Klaviersolo- und Kammermusikwerken.

Sie studierte in Detmold sowie am Royal College of Music in London bei Peter Wallfisch, gewann zahlreise Preise und ist Professorin für Klavier und Leiterin der Fachgruppe Klavier an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

 

 

 

Vasyl Barvinski (1888-1962)

Klavierwerke:
Piano Cycle “Love”
Eight Preludes
Suite on Ukrainian Themes

Violina Petrychenko, Klavier

Accelerando ACC03, Preiscode: CD, VÖ: 1.11.2017, 4251383400048

 „Ein Komponist ohne Noten“ – so bezeichnete sich Vasyl Barvinski gegen Ende seines Lebens. Der Name dieses großen ukrainischen Komponisten war aus dem öffentlichen Gedächtnis getilgt worden und sollte für lange Zeit in Vergessenheit geraten. Dies ist auch der Grund, weshalb dieser einst in ganz Europa bekannte Komponist, Pianist, Musikkritiker, Dirigent und Pädagoge außerhalb der Ukraine so gut wie unbekannt ist und bis zum heutigen Tag keine einzige ihm gewidmete CD-Aufnahme existierte. Barvinskis Schicksal ist tragisch. Er erlebte beide Weltkriege und den faschistischen und stalinistischen Terror. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz ging er seiner Arbeit nach und trug wesentlich zur Entwicklung der ukrainischen Kultur bei. Das Ende des Krieges nährte Hoffnungen auf ein glücklicheres Leben ohne Blut und Leiden – aber nicht für Barvinski. Unter Stalins Herrschaft fiel ihm eine anderes Los zu: Der Komponist wurde für zehn Jahre in den Gulag verbannt und sämtliche seiner Noten öffentlich verbrannt.

 

 

 

Elisabeth Nielsen

Ludwig van Beethoven: 32 Variationen WoO 80
Carl Nielsen: Chaconne op. 32
Robert Schumann: Carnaval op. 9

Elisabeth Nielsen, Klavier

Danacord DACOCD785, Preiscode: CK, VÖ: 1.11.2017, 5709499785003

Ein sehr persönliches Album der 1993 geborenen Pianistin; das Booklet ist gespickt mit vielen Fotos aus ihrer Kinder- und Jugendzeit. „Beethoven, Carl Nielsen und Schumann sind drei Komponisten, die mich lange Zeit auf meiner musikalischen Reise begleitet haben und zu meiner künstlerischen Identität beitrugen.“ Nielsen studierte an der Kopenhagener Musikakademie und an der Wiener Musikhochschule. Sie gewann mehrere Klavierwettbewerbe und tritt in ganz Europa als Solistin mit und ohne Orchester auf. Nebenbei organisiert sie Meisterklassen und Festivals.

 

 

 

Das goldene Zeitalter

Vierhändige Klaviermusik
Niels W. Gade: Nordiske Tonebileder op. 4 / Tre Karakterstykker op. 18 / Brude-Vals / Fedselsdag / Brude- og Sølvbryllupsvals
Robert Schumann: Bilder aus Osten op. 66
Franz Schubert: Fantasie op. 103

Copenhagen Piano Duo:
Tonya Lemoh, Cathrine Penderup

Danacord DACOCD786, Preiscode: CK, VÖ: 1.11.2017, 5709499786000

2012 formierten die beiden Pianistinnen das Copenhagen Piano Duo, das seither insbesondere in Dänemark und Österreich sehr aktiv konzertiert. 2014 erschien die erste CD-Aufnahme des Duos unter dem Titel „Souvenirs“ mit großem Erfolg bei Kritik und Publikum. Damals wurden Werke von Brahms, Granados, Barber und Satie eingespielt. Auf dieser neuen CD ist nun u.a. das gesamte Werk Gades für Klavier vierhändig zu hören.

 

 

 

Carl Philipp Emanuel Bach

Sämtliche Solo-Klavierwerke vol. 34
Für Kenner und Liebhaber Wq 58, Folge 4

Miklós Spányi, Tangentenflügel

BIS BIS-CD-2254, Preiscode: CE, VÖ: 1.11.2017, 7318590022542

Bach hatte die Serie „Für Kenner und Liebhaber“ mit dem traditionellen Set von je sechs Sonaten begonnen, wich aber schon in der zweiten und dritten Serie davon ab, indem er  drei Sonaten mit drei Rondos alternieren ließ. Mit Folge 4, 1783 veröffentlicht, ging er noch einen Schritt weiter, indem er die Zahl der Stücke auf sieben anwachsen ließ und die Sonaten und Rondos um „freie Fantasien“ erweiterte. Miklós Spányi spielt die gesamte Serie auf einem Tangentenflügel, einer Frühform des Klaviers, bei dem der Ton nicht, wie beim Hammerflügel durch ein Hämmerchen erzeugt wird, sondern durch ein Holzleistchen, die sogenannte Tangente, welche durch Tastendruck gegen die Saite geschleudert wird. Der Klang ist etwas silbrig, eher cembaloähnlich, aber eben „mit forte und piano“, mit dynamischer Abstufung. Durch Moderatorzüge kann dieser Klang verändert werden (in dem z. B. ein Filz zwischen Saite und Tangente geschoben wird, wodurch der Klang dann so wird, wie wir ihn heute mit Hammerflügeln assoziieren).

 

 

 

Johann Sebastian Bach

Die Motetten

Det Norske Solistkor
Ensemble Allegria, Grete Pedersen

BIS BIS-SACD-2251, Preiscode: CD, VÖ: 1.11.2017, 7318599922515

Bis heute hat die Bachforschung so manche Unsicherheit im Zusammenhang mit Bachs Motetten nicht ausräumen können. Es ist unklar, wie viele Motetten er überhaupt geschrieben hat, denn einige gingen verloren, andere wurden ihm fälschlich zugeschrieben. Und wenn auch einige für Begräbnisse komponiert wurden, ist doch unsicher, ob sie auch im Gottesdienst aufgeführt wurden. Das Genre „Motette“ gibt es seit dem frühen 13. Jahrhundert; zu Bachs Zeiten galt es eigentlich schon als „out“. Und doch sind es gerade Bachs Motetten, die bis heute eine ungebrochene Aufführungstradition haben, anders als so viele andere Werke Bachs. Früher nahm man an, sie seien für einen a-cappella-Chor komponiert; jetzt neigen Musiker und Forscher eher dazu, die Stimmen mit Instrumenten zu unterstützen. Bei dieser Aufnahme entschied sich Grete Pedersen für variable Interpretation, indem der Norwegian Soloists Choir bei vier der Motetten vom Ensemble Allegria unterstützt wird. Die drei anderen Motetten werden von einem Orgel Continuo begleitet.

 

 

 

Klavier und Streicher

Robert Schumann: Klavierquartett Es-Dur op. 47
Johannes Brahms: Klavierquintett f-moll op. 34

Yevgeny Sudbin, Klavier
Hrachya Avanesyan, Boris Brovtsyn, Violine
Diemut Poppen, Viola
Alexander Chaushian, Cello

BIS BIS-SACD-2258, Preiscode: CD, VÖ: 1.11.2017, 7318599922584

Schumann komponierte sein Klavierquartett 1842, in seinem sogenannten „Kammermusikjahr“, unmittelbar nachdem er das großartige Klavierquintett in derselben Tonart vollendet hatte. Und doch gibt es klare Unterschiede zwischen beiden Werken: Das Quintett lebt von einem konzertanten Dialog zwischen dem Klavier und dem Streichquartett, während im Klavierquartett alle Musiker und Stimmen gleichstark wirken, wenn auch das Cello gelegentlich eine Führungsrolle unter den Streichern einnimmt. Gut zehn Jahre später beschäftigte sich der junge Johannes Brahms mit der Schöpfung eines Arrangements des Quartetts für Klavier vierhändig, und es ist gut möglich, dass dieser Kontakt mit Schumanns Kammermusik ihm das Potential dieses Genres eröffnete. Jedenfalls ist sein 1864 vollendetes Klavierquintett dank seiner unerschöpflichen motivischen Vielfalt und eruptiven Energie zu einem der meistgespielten Werke dieses Genres geworden. Brahms hatte es zunächst als Streichquintett konzipiert, dann daraus eine Sonate für zwei Klaviere gemacht, ehe die finale Fassung entstand.

 

 

 

Quartette mit Kontrabass

Gioachino Rossini: Sonaten Nrn. 1-3 aus “Sechs Streichersonaten”
Franz Anton Hoffmeister: Soloquartette Nrn. 1 und 2 in D-dur aus “Vier Soloquartette”

Minna Pensola, Antti Tikkanen, Violine
Antti Tikkanen, Viola
Tuomas Lehto, Cello
Niek de Groot, Kontrabass

BIS BIS-SACD-2317, Preiscode: CD, VÖ: 1.11.2017, 7318599923178

Sowohl Rossini wie Hoffmeister weichen bei ihren Sammlungen von der konventionellen Besetzung ab, indem sie die Mitwirkung eines Kontrabasses vorsehen, dies allerdings auf verschiedene Weise. Rossini, der seine Sonaten im zarten Alter von 12 Jahren komponierte, ließ die Viola weg und gab dem Kontrabass eine mehr oder minder konventionelle Bassstimme, wenn auch mit virtuosen Ausbrüchen. Die Sonaten erschienen zuerst als traditionelle Streichquartette und werden oft auch von Streichorchestern gespielt. Hoffmeister ging etwas anders vor, indem er dem Kontrabass eine führende Rolle im Ensemble zuwies – er ersetzt die 1. Violine! Das geschah nicht zufällig in Wien, wo Hoffmeister als Komponist und Verleger lebte. Wien war damals offenbar eine Kontrabass-Stadt, wie man aus der Vielzahl der zu dieser Zeit entstandenen Werke für dieses Instrument rückschließen kann.

 

 

 

Riemuitkaamme! (Lasst uns frohlocken!)

Eine finnische Weihnacht mit Musik von Bach/Nikolai, Sibelius, Madetoja, Prätorius, Scheidt, Buxtehude, Schein, Berlioz, Kuusisto, Maasalo, Hassler, Othmayr, Rautavaara, Sonninen, Karvonen, Tschaikowski

Helsinki Kammerchor, Nils Schweckendiek
Jan Lehtola, Orgel

BIS BIS-SACD-2322, Preiscode: CD, VÖ: 1.11.2017, 7318599923222

Das ist eine sehr unkonventionelle Auswahl von Chormusik zur Weihnacht. Diverse Stücke kommen von finnischen Komponisten, andere dagegen gehören zum traditionellen Weihnachtsrepertoire. Drei mittelalterliche Hymnen, die hier zu hören sind, finden sich in der Sammlung „Piae cantiones“ aus dem Jahr 1582; es ist die älteste finnische Musikpublikation. Das Konzept des Albums lässt diese Melodien von Meistern verschiedener Epochen und Länder reflektieren. Und so entsteht eine Feier der Weihnacht aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Ferne und Nähe.

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