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Neuheiten vom 31.1.2018

 

Jean Baptiste Singelée (1812-1875)

Die Opernfantasien für Violine und Klavier, vol. 1:
Fantasien über „La Juive“ (Halévy), „Martha“ (Flotow), „Le Cheval de Bronze“ (Auber), „Le Barbier de Séville“ (Rossini), „Der fliegende Holländer“ (Wagner), „La Favorite“ (Donizetti)

Thomas Wood, Violine
Brian Dykstra, Klavier

Centaur CRC3505, Preiscode: CE, VÖ: 31.1.2018, 044747350523

Singelée war ein Schüler von Nicolas-Lambert Wéry (1789–1867) an der École royale de Musique in Brüssel, 1829 schloss er dort seine Studien mit dem „Premier Prix de violon“ ab. Danach begann er seine Laufbahn als Geiger an der Opéra-Comique in Paris. Singelée kehrte 1839 nach Brüssel zurück und wurde als Sologeiger im Orchester der Monnaie Oper angestellt; dies hinderte ihn nicht daran, außerhalb des Opernhauses solistisch in Erscheinung zu treten. Als Dirigent leitete er die Orchester der königlichen Opern von Gent und Antwerpen sowie von 1869 bis 1872 das Orchester der Monnaie. Singelée war mit Adolphe Sax befreundet, den er wahrscheinlich von seiner Ausbildungszeit her kannte. So komponierte er zahlreiche Werke für das Saxophon. Während Sax Lehrer am Pariser Konservatorium war, komponierte Singelée für die dortigen Prüfungswettbewerbe dutzende Fantasien, Konzertsoli und Caprices. Außerdem schrieb  er zahlreiche Ballettmusiken sowie zwei Violinkonzerte. Für sein eigenes Instrument, für eigene solistische Auftritte komponierte er zahlreiche Fantasien für Violine und Klavier über Opernarien, von denen hier eine erste Sammlung zu hören ist.

 

 

 

Hidden Gems – verborgene Schätze

Ronald Roseman: Renaissance Suite
Gustav Mahler (Cramer): Drei Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“
Endre Szervánsky: Bläserquintett
Thomas Christian David: Bläserquintett Nr. 2
Henk Badings: Kwintet No. IV

Powers Woodwind Quintet

Centaur CRC3528, Preiscode: CE, VÖ: 31.1.2018, 044747352824

Auf diesem Album unternimmt das Powers Woodwind Quintet eine Reise von der Renaissance über die Zeit des fin de siècle bis ins 20. Jahrhundert. Dabei teilt sich das Repertoire in zwei Hälften: zum einen hören wir Arrangements von Vokalmusik, zum anderen original für Holzbläserquintett komponierte Werke. Alle verbindet ein jeweils hochemotionaler Inhalt von bäuerlich-fröhlich über lyrisch und kontemplativ bis zu geistreich-anregend.

 

 

 

Voilà Viola!

Vol. 1: Great Britain
Geoffrey Grey: Sonata
Adam Gorb: Valse and Nocturne; Humoresque
Benjamin Britten: Lachrymae, op. 48
Sir Arthur Bliss: Sonata

Karin Dolman, Viola
Caecilia Boschman, Klavier

Musicaphon M56971, Preiscode: CE (SACD hybrid), VÖ: 31.1.2018, 4012476569710

Die Viola ist geradezu maßgeschneidert für britische Musik. Das Instrument verfügt über einen etwas melancholischen Charakter in Verbindung mit einem leicht phlegmatischen Temperament. Und es ist relativ gemäßigt im Klang im Vergleich zu Violine oder Cello. Aber die Viola kann auch virtuos und extrem leidenschaftlich wirken, und diese verschiedenen Aspekte werden noch gekrönt durch den Schwung vieler britischer Kompositionen für die Bratsche. Die Titelauswahl für diese SACD beweist das. Die Entwicklung des Repertoires für Viola in Großbritannien im 20. Jahrhundert ist im wesentlichen das Verdienst einer Person, des  Bratschers Lionel Tertis (1876-1975). Arthur Bliss hatte mit gutem Grund in seiner Autobiographie „As I Remember“ geschrieben, dass es Tertis war, der die Viola, das Aschenputtel unter den Instrumenten, in eine Prinzessin verwandelt hat. Systematisch beauftragte er Komponisten, für sein Instrument zu schreiben, und dank ihm wurde das Bratschenrepertoire angereichert um Werke von Arthur Bliss, William Walton, Arnold Bax, Frank Bridge und Gustav Holst. In Tertis‘ Nachfolge waren es die Interpreten William Primrose (1904-1982) und Cecil Aronowitz (1916-1978), die intensiv die britische Musik förderten – zum Beispiel waren beide an der Schaffung der zwei Versionen von Brittens „Lachrymae“ beteiligt. Primrose übersiedelte 1937 in die Vereinigten Staaten, wo er 1944 wieder ein Konzert für Viola bestellte, bei Belá Bartók.

 

 

 

Dedicated

Märsche, Polkas und Promenaden von Palmquist, Lumbye, Farnon, Glindemann, Gläsel, Stein, Larsen, Madsen, Noltegaard

The Tivoli-Garden Youth Gard

Danacord DACOCD776, Preiscode: CK, VÖ: 31.1.2018, 5709499776001

Musik aus dem weltberühmten Kopenhagener Tivoli, genauer: Musik, die für die Tivoli Youth Gard geschrieben wurde – deshalb „dedicated“. Die Youth Gard ist das Nachwuchsensemble mit einem Durchschnittsalter von 13 1/2 Jahren und spielt auf einem erstaunlichen qualitativen Niveau hier im ersten Teil Musik, wie man sie im Tivoli so nebenbei hören kann. Der zweite Teil ist eine Parade durch den Tivoli mit allen rund 100 jungen Musikern.

 

 

 

Der große dänische Pianist Victor Schiøler

Vol. 2
Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1
Schumann: Carnaval op. 9
Brahms: Drei Intermezzi op. 117
Mozart: Fantasie c-moll
Beethoven: Violinsonate op. 47 „Kreutzer“
Schubert: Klaviertrio op. 99; Impromptu G-dur

Mit Emil Telmányi, Henry Holst, Violine
Erling Blöndal Bengtsson, Cello

Danacord DACOCD781, Preiscode: EE (2 CD), VÖ: 31.1.2018, 5709499781821

Der Sohn des Komponisten Viktor Bendix und der Pianistin Augusta Schiøler hatte ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter und studierte dann bei Ignaz Friedman und Artur Schnabel. Nach seinem Debüt 1914 begann er eine internationale Laufbahn als Konzertpianist, Dirigent und Veranstalter. Nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland verweigerte er jede Zusammenarbeit mit den Besatzern und absolvierte ein Medizinstudium. 1943 floh er mit seiner Familie nach Schweden, wo er seine Tätigkeit als Konzertpianist wieder aufnahm. Im Mittelpunkt seines Repertoires standen die Komponisten der Romantik und Spätromantik wie Frédéric Chopin, Alexander Skrjabin, Sergei Rachmaninow und Camille Saint-Saëns. Seit den 1920er Jahren spielte Schiøler auch Werke auf Platte ein; seine Aufnahmen von Stücken Chopins aus dem Jahr 1924 gelten als die ältesten Aufnahmen eines dänischen Pianisten. Einer der Schüler Schiølers war der Pianist Victor Borge.

 

 

 

Carl Philipp Emanuel Bach

Die Werke für Klavier solo, vol. 35:
„Für Kenner und Liebhaber“, Sammlung 5
Variationen über „Ich schlief, da träumte mir“
Arioso sostenuto mit 5 Variationen

Miklós Spányi, Tangentenflügel

BIS BIS-CD-2260, Preiscode: CE, VÖ: 31.1.2018, 7318590022603

Sukzessive veröffentlichte Bach seine Sammlungen „Für Kenner und Liebhaber“ und erforschte dabei neue Genres und Stile. Das ist in der 5. Sammlung, zwischen 1779 und 1784 komponiert, zwar ausnahmsweise nicht der Fall, aber sie zeigt mehr Variationen in den Strukturen der Werke und eine Vielfalt an thematischen Ideen, die über die Vorgänger hinausgeht. Und es wird deutlich, dass Bach geradezu obsessiv sich mit der Form der Variation beschäftigte. Fast scheint es, als könne er gar nicht anders, als eine Phrase ohne Variation der Form, der Tonalität, des Rhyhtmus oder der Dynamik zu beenden.

 

 

 

Leonard Bernstein

On the Waterfront:
Ouvertüre zu „Candide“
Symphonische Tänze aus „West Side Story“
Drei Tanzvariationen aus „Fancy Free“
„On the Waterfront“, symphonische Suite
Drei Tanzepisoden aus „On the Town“

Royal Liverpool Philharmonic Orchestrea, Christian Lindberg

BIS BIS-SACD-2278, Preiscode: CD, VÖ: 31.1.2018, 7318599922782

In diesem Jahr wäre Leonard Bernstein 100 Jahre alt geworden, und um das zu feiern, hat Christian Lindberg Kompositionen Bernsteins aus 13 Jahren ausgesucht. Chronologisch startet das Album mit den Variationen aus „Fancy Free“, einem Ballett, das 1944 Premiere hatte und als erste „größere“ Komposition des damals 26jährigen gelten kann. Den Abschluss bilden Ausschnitte aus einem der Werke, mit denen Bernstein als Komponist weltberühmt wurde: Die symphonischen Tänze aus „West Side Story“. Von besonderem Interesse ist auch die symphonische Suite „On the Waterfront“, Bernsteins eigene Adaption aus der von ihm geschriebenen Filmmusik zu Elia Kazans gleichnamigem, 1954 entstandenen Film (deutsch „Die Faust im Nacken“).

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart

Freimaurerische Musiken:
Laut verkünde unsre Freude; Der Maurerfreude; Lied zur Gesellenreise; Thamos, König in Ägypten; Meistermusik; Dir, Seele des Weltalls; Ihr unsre neuen Leiter; Zerfliesset heut, geliebte Brüder; Lobgesang auf die feierliche Johannisloge

John Heuzenroeder, Tenor
Mario Borgioni, Bass
Alexander Puliaev, Fortepiano
Willi Kronenberg, Orgel
Chor und Orchester der Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

BIS BIS-SACD-2294, Preiscode: CD, VÖ: 31.1.2018, 7318599922942

Nach ihren Aufnahmen der Klavierkonzerte Mozarts und einer SACD mit beliebten Serenaden wenden sich Willens und die Kölner Akademie nun also den Maurerischen Werken des Meisters zu. Als bekannteste darunter sicher die „Maurerische Trauermusik“, die hier als „Meistermusik“ erklingt in der Revision durch Mozarts Schüler Philippe Autexier als Versuch, das Original zu rekonstruieren. Bekannt ist natürlich auch „Thamos, König von Ägypten“, aus dem die vier orchestralen Zwischenspiele zu hören sind. „Thamos“ wurde vom Dichter und Logenmitglied Tobias von Gebler geschrieben, und es sind oft schon Parallelen gezogen worden zwischen diesem Stück und der noch viel offener freimaurerischen „Zauberflöte“.

 

 

 

Sebastian Fagerlund (*1972)

Stoneworks:
Drifts (2017)
Stoneworks (2015)
Transit (2013), Gitarrenkonzert

Ismo Eskelinen, Gitarre
Finnisches Radiosymphonieorchester, Hannu Lintu

BIS BIS-SACD-2295, Preiscode: CD, VÖ: 31.1.2018, 7318599922959

Fagerlund versteht es, in seinen Werken Tradition und Moderne zusammen zu bringen. Dabei ist seine Musik unorthodox, opulent und fremdartig, meisterhaft komponiert und orchestriert, wie ein begeisterter Kritiker auf MusicWeb International schrieb. Hauptwerk dieser Veröffentlichung ist das Gitarrenkonzert, ebenso wie „Drift“ ein Auftragswerk des finnischen Radiosymphonieorchesters.

 

 

 

Ludwig van Beethoven

Missa solemnis, op. 123

Ann-Helen Moen, Sopran
Roxana Constantinescu, Mezzosopran
James Gilchrist, Tenor
Benjamin Bevan, Bariton
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki

BIS BIS-SACD-2321, Preiscode: CD, VÖ: 31.1.2018, 7318599923215

Beethoven begann mit der Komposition der Missa solemnis 1819, als er hörte, dass sein Mäzen und Schüler Erzherzog Rudoph von Österreich Erzbischof und Kardinal von Olmütz werden sollte. Die Messe sollte zur Amtseinführung des Kardinals 1820 fertig sein, aber erst 1823 konnte Beethoven die Arbeit an diesem Werk abschließen. Wie bei Beethoven zu erwarten, entstand etwas Unvergleichliches. Auch wenn die Messe für den gottesdienstlichen Gebrauch gedacht ist, fanden schon die Zeitgenossen des Komponisten, dass sie den Rahmen des Genres sprengt. Beethoven war sich dessen durchaus bewußt; in einem Brief spricht er von der Messe als seinem „besten Werk“.

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