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Neuheiten vom 11.4.2018

 

Erhan Sanri: Im Wartezimmer

Virtuose Vertonungen von Ernst Jandl-Gedichten:
calypso; menschenfleiss; chanson l‘amour die tür; Im Wartezimmer; tohuwabohu; Damaskusrose; Walfischbauch; von den guten zeiten; talk about mehrere; Ballade des Pissboten

Andrea Pellegrini, Mezzosopran
Jakob Bloch Jespersen, Bassbariton
Anne Mette Stæhr, Klavier
Julius Kircher, Klarinette;
Alexander Kunz, Kontrabass

Ambitus AMB96988, Preiscode: CE, VÖ: 11.4.2018, 4011392969888

Erhan Sanri, geboren 1957 in Istanbul, begann im Alter von vierzehn Jahren zu komponieren. Kompositionsstudium bei Diether de la Motte und Günter Friedrichs in Hamburg. 2000 Uraufführung der Kammeroper „Die Humanisten“ in Hamburg und 2003 in Wien. 2004 entstand sein Phantom-Konzert für Player-Cembalo und Streichquartett im Auftrag der Formation Weisser Rausch. Uraufführung im Rahmen des 79. Bachfestes 2004 in Hamburg. Am 29. November 2005 Uraufführung einer Komposition für Flöte und Streichorchester durch das Ensemble für Neue Musik „echo“ der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Sanri lebt und arbeitet als Komponist und Klavierlehrer bei Hamburg. „Ernst Jandl wurde von vielen Komponisten vertont. Im Vordergrund stand fast immer der Spaß; daher wurde bei den Vertonungen der Kollegen mehr gesprochen, als gesungen; die Tonhöhe war unwesentlich.
Bei meinen Jandl-Vertonungen stand immer die Musik, also das Endergebnis, im Vordergrund. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, und gelegentlich die Gedichte von Jandl meiner Musik "angepasst", also etwas verändert. Ich habe letztendlich versucht, aus den Gedichten von Jandl "normale" Lieder zu zaubern. Also so zu tun, als wären es völlig "normale" Texte. So, wie Carl Loewe in der Romantik die Gedichte von Goethe vertont hat, so wollte ich Ernst Jandl vertonen.
Das ging bei mir natürlich nicht so, wie es bei Loewe funktioniert hat. Aber ich habe es dennoch geschafft, aus den Gedichten von Ernst Jandl "richtige", beinahe hätte ich geschrieben "normale" Lieder zu komponieren, die zwar etwas schräg sind, die aber dennoch schön klingen.“ (Erhan Sanri)

 

 

 

Melchior Vulpius (1570-1615)

6- bis 7-stimmige Motetten der Cantiones Sacrae II

Capella Daleminzia, René Michael Röder

Querstand VKJK1701, Preiscode: CG (2 CD), VÖ: 11.4.2018, 4025796017014
(Melchior-Vulpius-Edition vol. 3)

1596 wurde der in Wasungen geborene Melchior Vulpius als Kantor, Musik- und Lateinlehrer an die Stadtschule und Stadtkirche St. Peter und Paul nach Weimar berufen. Damit war er ranghöchster Kirchenmusiker im ernestinischen Sachsen, und man hegte entsprechend hohe Erwartungen an ihn, die er auch erfüllte. Er schuf innerhalb von nur wenigen Jahren ein beachtliches Repertoire, das er ab 1602 veröffentlichte: Fortan gab er beinahe jedes Jahr bis zu seinem frühen Tod 1615 mit ca. 45 Jahren eine neue Sammlung heraus.

Viele dieser Bände fanden Eingang in den Bestand der Kantoreibibliothek im sächsischen Städtchen Waldheim und blieben dort über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Seit 2002 wird dieses musikalische Erbe erforscht und schrittweise der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Der Waldheimer Kantor René Michael Röder und die von ihm geleitete Capella Daleminzia realisieren nun eine Gesamteinspielung der Werke von Melchior Vulpius.

Teil 3 der Melchior-Vulpius-Edition erscheint als Doppel-CD und enthält die 19 sechs- sowie 5 siebenstimmigen Motetten aus dem 1603 erschienenen zweiten Teil der Cantiones Sacrae. Dabei handelt es sich größtenteils um Vertonungen von Psalmen und Evangelientexten, wobei Vulpius’ eigene Numerierung diesmal die Verse bzw. Textteile einzeln zählt, so dass sich eine Gesamtzahl von 43 ergibt. Insgesamt entbehrt die Zusammenstellung der Motetten der Cantiones Sacrae II zwar der Euphorie des ersten Teils, jedoch fällt eine gewachsene kompositorische Reife der Motetten im Vergleich zum ersten Teil durchaus auf.

 

 

 

Werke für Cello und Orchester

Mats Lidström: Rigoletto-Fantasie nach Verdi
Dmitri Schostakowitsch: Konzert Nr. 1, op. 107

Mats Lidström, Cello
Oxford Philharmonic Orchestra, Vladimir Ashkenazy

BIS BIS-SACD-2289, Preiscode: CD, VÖ: 11.4.2018, 7318599922898

Askenazy und Lidström begannen ihre Zusammenarbeit in den 1980er Jahren in London, als Vladimir Ashkenazy das Royal Philharmonic Orchestra leitete und Mats Lidström dort Solocellist war. Auf BIS haben sie gemeinsam schon Konzerte von Kabalevsky und Khachaturian veröffentlicht. Diesmal bieten sie einen Klassiker, das 1. Cellokonzert von Schostakowitsch. 1959 wurde es komponiert in der kurzen politischen Tauwetterperiode nach dem Tod Stalins. Aber natürlich musste auch dieses Werk wie jede Neukomposition die Zulassung durch die Komponistenvereinigung erhalten, und der damals gut zwanzigjährige Ashkenazy erlebte, wie nervös und unbehaglich Schostakowitsch während der Prüfung durch das allmächtige Komitee erschien. Die SACD beginnt mit Lidströms Eigenkomposition „Rigoletto Fantasie“, auf Verdis Oper basierend. Das Werk ist inspiriert durch virtuose und dramatische Violinwerke wie Sarasates „Carmen-Fantasie“, und so hat Lidström Vergleichbares aus den Highlights von Rigoletto für sein Instrument zusammengestellt.

 

 

Perspectives 7

Alban Berg: Sonate, op. 1
Franz Liszt: Légende no. 1, St François d’Assise : La prédicationaux oiseaux
Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 28 in A-dur, op. 101
Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung

Andreas Haefliger, Klavier

BIS BIS-SACD-2307, Preiscode: CD, VÖ: 11.4.2018, 7318599923079

Seit 2004 hat Andreas Haefliger eine Serie von Recitals unter dem Titel „Perspectives“ entwickelt, die er sowohl im Konzertsaal wie auch auf CD präsentiert. Jedes dieser Programme konfrontiert eine oder zwei Sonaten von Beethoven mit Werken anderer Komponisten (von Mozart bis Berio), die auf die eine oder andere Weise auf Beethoven und aufeinander reagieren. Dieses siebente Programm präsentierte Haefliger auf dem Edinburgh Festival 2017 und wurde von Kritikern als „äußerst inspirierend, durchdacht und einfach schön“ bezeichnet. Für die Veröffentlichung auf SACD in der einzigartigen Akustik des Mozartsaals im Wiener Konzerthaus aufgenommen.

 

 

 

Christian Lindberg: Steppenwolf

Steppenwolf (2010–11), Konzert für Viola und Orchester
Tales of Galamanta (2013–14)
Peking Twilight (2010–12)

Rafael Altino, Viola
Odense Symphonieorchester, Christian Lindberg

BIS BIS-SACD-2308, Preiscode: CD, VÖ: 11.4.2018, 7318599923086

In den letzten 20 Jahren hat Christian Lindberg – neben seiner ununterbrochen weitergeführten Karriere als Posaunist und gefragter Dirigent – auch komponiert. Bereits veröffentlichte Werke wurden von Kritikern als „voller interessanter Ideen und reicher harmonischer Sprache“ bezeichnet und Lindberg als „sorgfältiger, selbstkritischer Komponist“. Diese dritte Veröffentlichung mit Werken Lindbergs auf BIS bietet einige neue Kompositionen.  Auslöser für das Violakonzert waren für Lindberg die besonderen Reize und Fähigkeiten des Soloinstruments, seine Melancholie, der warme, dunkle Klang, der Gelegenheit biete, „etwas zu schreiben, das mit einer Violine unmöglich funktionieren würde.“ Es ist keine Programmmusik, auch wenn Lindberg sich beim Komponieren an die Novelle „Steppenwolf“ von Hermann Hesse erinnerte. Erklärungsbedürftig ist auch der Titel „Peking Twilight“. Da geht es nämlich keineswegs um die Hauptstadt Chinas, sondern darum, die Stadt Norrköping zu feiern (die den Spitznamen „Peking“ hat) und ihr Orchester, mit dem Lindberg vielfältig zusammen gearbeitet hat.

 

 

 

A Soprano‘s Schubertiade

Suleika I (Was bedeutet die Bewegung?), D 720; Suleika II (Ach, um deine feuchten Schwingen), D 717; Romanze (Der Vollmond strahlt), D 797 No. 3b ; Blondel zu Marien, D 626; Heiß mich nicht reden, D 877 No. 2; Nur wer die Sehnsucht kennt, D 877 No. 4; So lasst mich scheinen, D 877 No. 3; Kennst du das Land? D 321; Gretchen am Spinnrade, D 118; Gretchens Bitte, D 564; Der König in Thule, D 367; Viola, D 786; Ellens Gesang I (Raste, Krieger!), D 837; Ellens Gesang II (Jäger, ruhe von der Jagd!), D 838; Ellens Gesang III (Ave Maria), D 839

Carolyn Sampson, Sopran
Joseph Middleton, Klavier

BIS BIS-SACD-2343, Preiscode: CD, VÖ: 11.4.2018, 7318599923437

Schuberts Liebe zu den Frauen ist offensichtlich; viele seiner Lieder handeln von, über und mit Frauen. Dieses Recital zeigt alle diese Möglichkeiten und noch einige mehr. Carolyn Sampson und Joseph Middleton haben schon für mehrere erfolgreiche Projekte auf BIS zusammen gearbeitet, zuletzt mit dem Countertenor Iestyn Davies als Partner. Das Album schließt mit drei Gedichten von Walter Scott in deutscher Übersetzung. Die drei „Ellen Gesänge“ stammen aus der Gedichtromanze „The Lady of the Lake“ (1810), und der letzte Gesang, das „Ave Maria“, ist eine der bekanntesten und beliebtesten Kompositionen Schuberts.

 

 

 

Antonin Dvorak

Symphonie Nr. 9 e-moll „Aus der neuen Welt“
Patriotischer Hymnus „Die Erben des weißen Berges“

Collegium Floreum
Musica Florea (auf historischen Instrumenten), Marek Stryncl

Arta F10230, Preiscode: BI, VÖ: 11.4.2018, 8595017423024

Erst Anfang der 1870er Jahre wagte Dvorák den Schritt an die Öffentlichkeit und gab seine Orchesterstelle auf, um mehr Zeit für das Komponieren zu haben. Der nationale Durchbruch gelang ihm schließlich mit dem patriotisch angehauchten Hymnus „Die Erben des Weißen Berges“ für Chor und Orchester. Und Johannes Brahms war es schließlich, der ihm auch zum internationalen Durchbruch verhalf, indem er sich bei seinem Verleger Fritz Simrock für die Veröffentlich von Dvoráks Duetten einsetzte, die später als „Slawische Tänze“ berühmt wurden. Dvorák und Brahms verband daraufhin eine lebenslange Freundschaft.

Dvorák reiste nach Moskau und St. Petersburg sowie mehrfach nach London. 1890 nahm er die Stelle als Professor am Prager Konservatorium an. Nur zwei Jahre später trat er eine Stelle als Leiter des National Conservatory of Music in New York an. Er beschäftige sich viel mit den Spirituals der schwarzen Plantagenarbeiter und mit Melodien der Indianer. Anklänge davon finden sich in seiner berühmten Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“, in der er diese Musik mit Melodien aus den Heimatländern der Einwanderer verband.

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