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Neuheiten vom 6.2.2019

 

Joël Bons (*1952)

Nomaden
für Cello und großes interkulturelles Ensemble

Jean-Guihen Queyras, Cello
Atlas Ensemble, Ed Spanjaard

BIS BIS-SACD-2073, PC: CD, VÖ: 6.2.2019, 7318599920733

 „Nomaden“ ist als Reise des Protagonisten (des Cellisten) konzipiert, der Musiker aus verschiedenen Traditionen trifft und mit ihnen in einen Dialog eintritt. Es ist also kein „klassisches“ Cellokonzert, eher ein konzertantes Werk für Cello und Solisten anderer Kulturen. Das gut einstündige Werk besteht aus 38 Sektionen, die meist ohne Pause ineinander übergehen. Bons schrieb „Nomaden“ für Queyras und das Atlas Ensemble; eine Gruppe, die er selbst 2002 mit 18 herausragenden Musikern aus China, Japan, Zentralasien, dem Mittleren Osten und aus Europa gründete. An Instrumenten sind also von der japanischen Shakuhachi über die chinesische erhu, das armenische duduk und die persische Sitar eine Vielzahl von Instrumenten vertreten. Das 2016 uraufgeführte Werk wurde 2019 mit dem prestigeträchtigen Grawemeyer Award für Komposition ausgezeichnet.

 

 

 

Johann Sebastian Bach

Sonaten und Partiten für Violine solo

Jaakko Kuusisto, Violine

BIS BIS-SACD-2197, PC: EC (2 SACD), VÖ: 6.2.2019, 7318599921976

Zwischen 1929 und 1936 hatte Yehudi Menuhin die erste Gesamtaufnahme dieses von seiner Zweckbestimmung her bis heute rätselhaften Zyklus aufgenommen, dieses „Himalaya der Geiger“, wie der legendäre Violinist George Enescu einmal formulierte. Nun also eine neue Interpretation durch den finnischen Geiger Jaakko Kuusisto, der selbst als Geiger, Dirigent und Komponist aktiv ist und sich schon seit seinem zehnten Lebensjahr mit diesen Werken beschäftigt hat. „Keine anderen Werke für Violine bilden eine größere Herausforderung oder eine größere Schönheit als diese“, sagt er.

 

 

 

Ludwig van Beethoven

Klaviersonaten:
Nr. 31 As-dur, op. 110
Nr. 32 c-moll, op. 111
+ Sechs Bagatellen, op. 126

Yevgeny Sudbin, Klavier

BIS BIS-SACD-2208, PC: CD, VÖ: 6.2.2019, 7318599922089

Nach der Aufnahme von Beethovens Klavierkonzerten, von der internationalen Kritik gefeiert, kehrt Sudbin nun zu späten Solo-Klavierwerken zurück. Die beiden letzten Klaviersonaten entstanden nur wenige Jahre vor dem Tod des Komponisten, der als im Alter jähzornig, übellaunig und misanthropisch beschrieben wird. Sudbin allerdings empfindet ihn anhand dieser späten Meisterwerke anders: „warmherzig, großzügig und weise, mit unerwarteten Ausbrüchen augenzwinkernden Humors“ erscheint er ihm, Wesenszüge, die auch zu einem vollständigen Bild Beethovens gehören und in seinen Interpretationen aufscheinen.

 

 

 

Johan Helmich Roman (1694-1758)

Golovinmusiken

Höör Barock, Dan Laurin

BIS BIS-SACD-2355, PC: CD, VÖ: 6.2.2019, 7318599923550

1728 wurde der spätere königlich-schwedische Kapellmeister Roman vom russischen Botschafter in Stockholm, Graf Golovin, kontaktiert. Der organisierte eine Feier anlässlich der gerade erst stattgefundenen Inthronisation von Zar Peter II und wollte natürlich das Fest mit Musik schmücken. Roman, der sechs Jahre in London verbracht und dort Händel kennengelernt hatte und über Erfahrungen als zweiter höfischer Kapellmeister verfügte, war dabei für Golovin erste Wahl. Das Resultat war die „Golovinmusiken“, eine Partitur mit 45 Sätzen unterschiedlicher Länge. Das sind die bekannten Fakten, alles Weitere ist Rekonstruktion. Denn Romans Partitur fehlen jegliche Angaben zur Instrumentierung, Dynamik oder Tempi. Als 1980 eine praktische Ausgabe vorbereitet wurde, kamen die Herausgeber zu dem Schluss, dass das Material unvollständig sei, und ergänzten eine zweite Violinstimme. 290 Jahre nach Graf Golovins Fest haben Dan Laurin und Höör Barock nun erstmals das gesamte Werk gespielt und aufgenommen, mit 18 verschiedenen Instrumentalstimmen von der Sopranino-Blockflöte bis zur Barockgitarre, begleitet von höchst fantasievollem Continuo durch Anna Paradiso, und ohne hinzugefügte Stimmen. Laurin folgt der von Roman vorgegebenen Reihenfolge der Sätze und kreiert daraus eine Folge kleinerer Suiten.

 

 

 

Tan Dun (*1957)

Fire Ritual – Violinkonzerte
Violinkonzert „Rhapsody and Fantasia“:
I. Rock the Violin in Rhapsody
II. A Dream Out of Peking Opera
Violinkonzert „Fire Ritual“

Eldbjørg Hemsing, Violine
Oslo Philharmonic Orchestra, Tan Dun

BIS BIS-SACD-2406, PC: CD, VÖ: 6.2.2019, 7318599924069

2010 lernten sich der chinesische, in New York lebende Komponist Tan Dun und die norwegische Geigerin Eldbjørg Hemsing während der Shanghai World Expo kennen, wo Hemsing Tans „Love Concerto“ uraufführte. Beide haben starke Wurzeln in der reichen musikalischen Tradition ihrer Herkunftsländer, und aus diesem Zusammentreffen entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit. Hemsing hat seither schon einige Werke des Komponisten international uraufgeführt. „Fire Ritual“, das Konzert, dass dieser SACD seinen Namen gab, schrieb Dun mit Hemsing als Interpretin im Blick. Es ist ein Memorial für die Opfer von Kriegen in vier Sätzen, im September 2018 uraufgeführt. Auch das eröffnende Konzert „Rhapsody and Fantasia“ ist für Hemsing geschrieben; es basiert auf früheren Werken. In beiden Konzerten bringt Dun die schamanistische und spirituelle Welt seiner Kindheit mit der Disziplin und Philosophie der Pekingoper zusammen. „Eine Reflektion meiner frühen Kindheitserinnerungen, gesehen durch die Linse meiner gegenwärtigen musikalischen Klangwelt.“

 

 

 

Antonio Caldara

Sonaten und Kantaten für Sopran, Violine und Continuo

I Solisti Ambrosiani

Leonardo LDV14045, PC: BD, VÖ: 6.2.2019, 8051773570452

Teilweise Ersteinspielung

Caldara gehörte zu den berühmtesten Komponisten seiner Zeit und ist bis heute bekannt und geschätzt vor allem für seine Vokalwerke: Opern, Oratorien und Lieder. Weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig sind seine Kammermusikwerke. Zu diesem großen Werkkomplex gehören die sechs Sonaten für Violine und Continuo, die hier erstmals eingespielt wurden.

 

 

 

Ruggero Leoncavallo (1858-1919)

Sämtliche Klavierwerke

Marco Sollini, Klavier

Leonardo LDV14046, PC: BG (2 CD), VÖ: 6.2.2019, 8051773570469

Zu Ruggero Leoncavallo fällt einem sofort „Pagliacci“ ein, die zweiaktige Oper, durch die er weltweit bekannt wurde. Aber abseits seiner Schöpfungen fürs Theater und seiner  symphonischen Dichtungen hat Leoncavallo eine ganze Reihe von Klavierwerken geschrieben, die es zu würdigen gilt. Denn er war nicht nur Komponist, sondern auch und vor allem ein vorzüglicher Pianist. Dieses Album zeigt Leoncavallo also von einer ganz anderen, nicht minder wichtigen Seite.

 

 

 

Das Oistrakh Trio

Glinka: Trio Pathetique
Rachmaninow: Trio Elegiagque Nr. 2
Smetana: Klaviertrio op. 15
Rimsky-Korsakow: Klaviertrio

Oistrakh-Trio:
David Oistrakh, Violine
Sviatoslav Knushewitzky, Cello
Lev Oborin, Klavier

UraniaArts WS121311, PC: BD (2 CD), VÖ: 6.2.2019, 8051773573118

Das Oistrakh Trio gehörte zu den Legenden unter den Kammermusikformationen des 20. Jahrhunderts. Dieses Doppelalbum präsentiert eine Zusammenstellung von Kompositionen der tschechischen und russischen Region, die weniger häufig als andere auf den Konzertpodien zu finden waren – und doch von unsterblicher Schönheit sind. Großartig auch die Qualität der originalen Aufnahme.

 

 

 

Frédéric Chopin

Klavierwerke:
Etüden opp. 10 und 15
Polonaisen opp. 26, 40, 44, 53
Ausgewählte Walzer

György Cziffra, Klavier

UraniaArts WS121340, PC: BD (2 CD), VÖ: 6.2.2019, 8051773573408

Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit diese Aufnahme entstand. Und doch haben sehr viele der Interpretationen dieser Werke, die seither aufgenommen wurden, die transzendente Virtuosität Cziffras nicht mehr erreicht geschweige denn übertroffen. Eine historische Dokumentation (in Stereo).

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